Zahlungsausfälle lassen für europäische Firmen tägliche Verluste von 822 Millionen Euro entstehen. Dies ergab eine Umfrage des Kreditmanagement-Unternehmens Intrum Justitia unter 6.000 Unternehmen zwischen Januar und März 2010. In über 20 europäischen Ländern wurden Firmen zu Zahlungsrisiken, deren Hintergründen und Entwicklungen befragt. Mit dem „European Payment Index 2010“ bringt das international tätige Unternehmen die umfangreichste Studie zur Zahlungsmoral in Europa heraus.
17. Mai 2010, Wals bei Salzburg - 300 Milliarden Euro könnten europäische Unternehmen mehr einnehmen, wenn alle Rechnungen bezahlt würden. Eine Verbesserung der Zahlungsmoral würde der lokalen, nationalen und regionalen Wirtschaft deutlich Auftrieb geben und Arbeitsplätze schaffen. Nur zehn Prozent der befragten Unternehmen in Europa glauben jedoch, dass sich die Situation in den nächsten zwölf Monaten merklich verbessern wird. „Besonders hart trifft die schlechte Zahlungsmoral kleine und mittelständische Unternehmen. 3,0 Prozent aller Forderungen werden hier nicht bezahlt, im Vergleich zu 2,6 Prozent insgesamt. Ausstehende Forderungen können hier schnell zu einer Gefährdung der Existenz werden“, erläutert Thomas Hutter, Geschäftsführer der Intrum Justitia für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz (DACH). 52 Prozent der befragten Unternehmen sind sich zudem unsicher, ob sie die benötigte Unterstützung durch ihre Banken bei der Überwindung von Engpässen oder dem Ausbau ihres Geschäfts erhalten.
Die Zahlungsmoral hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Durchschnittsdauer bis zum Zahlungseingang ging in Europa von 57 auf 55 Tage zurück. Am schnellsten werden Rechnungen in den skandinavischen Ländern beglichen. In Finnland gehen Zahlungen im Durchschnitt mit lediglich fünf Tagen, in Schweden und Norwegen mit sieben Tagen Verspätung ein. Österreich belegt mit zehn Tagen Verspätung einen guten dritten Platz. Das Schlusslicht in Europa bilden Griechenland mit 42 Tagen, Italien mit 49 Tagen und Portugal mit 51 Tagen Zahlungsverzögerung.
In Österreich hat sich das Zahlungsverhalten in den verschiedenen Branchen eklatant auseinander entwickelt: Die Verbraucher zahlen Rechnungen im Durchschnitt um zehn Tage früher als im Vorjahr - zurückzuführen auf diverse Initiativen, die 2009 eingeleitet wurden, um das durchschnittliche Zahlungsziel von 24 Tagen auf 19 Tage zu verkürzen.
„Im Zuge der schwierigen Marktbedingungen erkennen viele Unternehmen die zunehmende Bedeutung eines umfassenden Kreditmanagements, wozu auch die Beachtung des hohen administrativen Aufwands gehört. Europäische Firmen könnten mindestens 25 Milliarden Euro sparen, wenn sie auf zeit- und geldaufwändige Prozesse zur Verfolgung säumiger Zahler verzichten könnten“, so Hutter. Die Mehrheit der Befragten bemüht sich deshalb, mithilfe schärferer Kreditprüfungen bereits zu Beginn des Vertriebsprozesses die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden zu durchleuchten.
Neben dem „European Payment Index 2010“ bringt die Intrum Justitia auch den „Risk Index 2010“ heraus. Dieser Bericht fasst Ergebnisse des „European Payment Index 2010“ für das jeweilige Land vertiefend zusammen. Der „European Payment Index 2010“ und der „Risikoindex 2010“ können kostenlos angefordert werden unter www.intrum.at oder d.duehr@intrum.com
Über die Intrum Justitia
Gegründet 1923 in Schweden, ist Intrum Justitia die führende Anbieterin von Credit Management Services in Europa. Angefangen bei der Credit Decision – der Risikominimierung durch Dienstleistungen wie Bonitäts- und Adressauskünfte – über die gesamte Dienstleistungskette im Forderungsmanagement gehören dazu auch Finanzlösungen wie Forderungskauf, Zahlungsgarantie oder VAT Refund – die Rückerstattung im Ausland gezahlter Mehrwertsteuer. Mit Vertretungen in 22 europäischen Ländern und einem globalen Partnernetzwerk gewährleistet Intrum Justitia, dass sie ihre Kunden auch international betreuen kann. Das Unternehmen Intrum Justitia ist börsennotiert, betreut europaweit 90.000 Kunden und beschäftigt 3.400 Mitarbeiter. Der Hauptsitz befindet sich in Stockholm (Schweden). Die Aktie ist seit Juni 2002 an der Stockholmsbörsen (Aktienbörse Stockholm, Schweden) notiert. Die Intrum Justitia DACH umfasst die Länder Deutschland, Österreich und Schweiz.
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