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European Consumer Payment Report 2026

European Consumer Payment Report 2026

Der ECPR gibt Einblicke in die Ansichten österreichischer Konsumentinnen und Konsumenten und dient als Barometer für die wirtschaftliche Lage von Österreich und Europa aus Konsumentensicht.

Konsumenten zeigen sich weiterhin widerstandsfähig

Der überwiegende Anteil der österreichischen Konsumenten kommt trotz anhaltender wirtschaftlicher Unsicherheit weiterhin seinen finanziellen Verpflichtungen nach. Jedoch nehmen Zahlungsrückstände und die Abhängigkeit von Krediten zu.

Diverse finanzielle Anfälligkeit

Die Fähigkeit, unerwartete Kosten aufzufangen und steigende Ausgaben zu bewältigen, variiert erheblich. Einige Konsumenten reagieren darauf mit zunehmender Vorsicht bei ihren Ausgaben, während andere auf flexible Zahlungsmöglichkeiten zurückgreifen oder Ausgaben vermeiden, um damit fertig zu werden.

Digitale Lösungen für ein besseres Engagement

Die österreichischen Konsumenten nutzen verstärkt Technologien zur Verwaltung ihrer Finanzen. KI und digitale Tools können die Zugangsbarrieren zu Unterstützung senken, insbesondere für finanziell schwache Verbraucher, während menschliche Unterstützung weiterhin wichtig bleibt.


Drei Personen gehen zusammen in Sportoutfits durch die Stadt

Österreichische Konsumenten kommen zurecht

Die meisten österreichischen Konsumenten können ihre unmittelbaren finanziellen Verpflichtungen weiterhin erfüllen.

Die Mehrheit (79 Prozent) gibt an, zuversichtlich zu sein, die Kosten für lebensnotwendige Güter wie Lebensmittel und Kraftstoff decken zu können; 71 Prozent sind zuversichtlich, für ihre Familien sorgen zu können, und 75 Prozent können unerwartete Ausgaben in Höhe von 400 Euro decken.

Intrum Austria ECPR 2026 Grafik Heute-Zukunft

Das Vertrauen lässt jedoch nach, wenn die Menschen weiter in die Zukunft blicken. Über die Hälfte der österreichischen Konsumenten sind zuversichtlich, genug für den Ruhestand sparen zu können, 54 Prozent glauben, dass sie ohne Geldsorgen leben können, und nur 42 Prozent fühlen sich finanziell in der Lage, den Beruf zu wechseln, um einer Entlassung zu entgehen.

 

Diese Kluft zwischen der Bewältigung des Alltags und der Sicherheit für die Zukunft erklärt zum Teil, warum Unsicherheit das Finanzverhalten beeinflusst. Die ECPR-Erhebung 2026 zeigt zudem, dass Konsumenten sich absichern, wo sie können, gleichzeitig werden sie jedoch bei größeren Anschaffungen, beruflichen Veränderungen und anderen finanziellen Risiken vorsichtiger.

Eine Frau sitzt vor ihrem Notebook

Signale unter der Überschrift „Resilienz“

Die Vorsicht gegenüber der Zukunft ist nicht nur eine Frage der Wahrnehmung: Betrachtet man die Entwicklung bei Zahlungsrückständen, so lässt sich erkennen, dass der finanzielle sehr stark Druck zunimmt. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren nehmen Zahlungsrückstände stark zu. Doch versäumte Zahlungen sind nur ein Anzeichen für diesen Druck. Die Konsumenten nehmen zudem mehr Kredite auf, um ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen zu können.

Intrum Austria ECPR 2026 Grafik_Österreichische Konsumenten, die in den letzten 12 Monaten mindestens einmal eine Rechnung verspätet bezahlt haben

Zahlungsverzögerungen nehmen zu

Nach einem Jahr der Verbesserung verzeichnet Österreich einen Anstieg bei verspäteten Zahlungen.

 

Der Anteil der Konsumenten, die Zahlungsverzögerungen melden, von 17 Prozent auf 29 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung wird hauptsächlich von Konsumenten getragen, die gelegentlich in Zahlungsverzug geraten und zwei bis vier verspätete Zahlungen angeben.

 

Auf eine Zunahme struktureller oder wiederkehrender Zahlungsausfälle lassen die Daten derzeit nicht schließen. Es bleibt abzuwarten, ob es sich hierbei um eine vorübergehende Entwicklung oder den Beginn eines längerfristigen Trends handelt.

Intrum Austria ECPR 2026 Grafik_Österreichische Konsumenten, die in den letzten sechs Monaten einen Kredit aufgenommen oder ihre Kreditkarte zur Begleichung von Rechnungen genutzt haben

Zunehmende Kreditaufnahme, um Rechnungen zu bezahlen

67 Prozent geben an, in den letzten sechs Monaten Geld geliehen oder eine Kreditkarte genutzt zu haben, um eine Rechnung zu bezahlen, dies ist der höchste Anteil seit 2019. Dies verkompliziert das Bild der Widerstandsfähigkeit der Konsumenten.

 

Gelegentliche Kreditaufnahmen oder vereinzelte Zahlungsverzögerungen bedeuten nicht, dass sich ein Haushalt in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Der Anstieg beider Faktoren deutet jedoch darauf hin, dass die allgemeinen Vertrauenszahlen allein nicht das vollständige Bild der finanziellen Gesundheit der Österreicher widerspiegeln.

Eine Frau schiebt ihr Fahrrad

Finanzieller Druck führt nicht zu einem einheitlichen Verhaltensmuster

Die Ergebnisse aus dem Jahr 2026 stellen zudem einfache Annahmen darüber in Frage, wie Konsumenten reagieren, wenn das Geld knapper wird.

 

Immer mehr Konsumenten versuchen, sich abzusichern: 68 Prozent legen sich einen Notgroschen an, und 46 Prozent geben an, dass sie dem Sparen Vorrang einräumen, selbst wenn sie dafür auf Dinge verzichten müssen, die ihnen Spaß machen.

Gleichzeitig geben 47 Prozent an, dass sie Geld ausgeben, um sich besser zu fühlen, wenn sie gestresst, ängstlich oder gelangweilt sind, ein deutlicher Anstieg gegenüber 13 Prozent im Jahr 2025.

Intrum Austria ECPR 2026 Grafik_Sparverhalten

Konsumenten können daher gleichzeitig finanziell absichernde und potenziell schädliche Verhaltensweisen an den Tag legen. Um die finanzielle Gesundheit zu verstehen, muss man die Kombination aus Verhaltensweisen und Umständen hinter den Zahlen betrachten, anstatt Menschen einfach als „verantwortungsbewusst“ oder „unverantwortlich“ abzustempeln.

Mann sitzt am Küchentisch und schaut auf sein Smartphone

Österreicher setzen auf flexible Zahlungsbedingungen, um ihre Finanzen zu verwalten

Eine weitere Reaktion auf den Druck besteht darin, nach mehr Flexibilität hinsichtlich des Zeitpunkts der Zahlungen zu suchen. BuyNow-PayLater gibt Konsumenten mehr Kontrolle darüber, wann Kosten ihr Haushaltsbudget belasten, und kann ein nützliches Instrument zur Liquiditätssteuerung sein.

 

Intrum Austria ECPR 2026 Grafik_Nutzung von BNPL in den letzten 12 Monaten

Die Daten zeigen, dass BuyNow-PayLater in Europa zunehmend genutzt wird: 57 Prozent der europäischen Verbraucher haben einen solchen Dienst bereits einmal in Anspruch genommen, während 4 von 10 dies in den letzten 12 Monaten getan haben. In Österreich nutzen 50 Prozent der Konsumenten BuyNow-PayLater-Optionen zur Bezahlung. 

 

Die zunehmende Nutzung zeigt, dass der Zeitpunkt der Zahlung selbst zu einem Bestandteil der finanziellen Absicherung der Konsumenten wird. Die Akzeptanz variiert jedoch erheblich innerhalb Europas, was die Nuancen hinter der europaweiten Zahl verdeutlicht.

Mann mit einem Notebook sitzt im Cafe

Der Einsatz von KI im Bereich der privaten Finanzen nimmt zu

In Österreich liegt die allgemeine KI-Nutzung zur Finanzverwaltung im privaten Bereich bei 36 Prozent der befragten Konsumenten. Im Vorjahr lag der Anteil bei 22 Prozent. Dies zeigt, dass KI rasch Einzug in die alltägliche Finanzverwaltung hält und eine große Hilfe für diejenigen sein könnte, die zuvor möglicherweise Schwierigkeiten mit ihren privaten Finanzen hatten. Zudem ist ein Rückgang des Anteils der Konsumenten zu verzeichnen, die Bedenken haben, ihre persönlichen Daten an KI weiterzugeben. Unserer Studie zeigt eine konstante Verringerung um 1 Prozent seit 2024 und liegt im Jahr 2026 bei 39 Prozent, was ein insgesamt größeres Vertrauen in die Technologie und die Regulierung widerspiegelt.

Mann mit Headset vor Monitoren

Die Zukunft der Zahlungsunterstützung mag „Digital-First“ sein, aber nicht ohne menschliche Beteiligung

Das soll nicht heißen, dass „Digital-First“-Ansätze auch ohne menschliche Beteiligung auskommen. Den Konsumenten ist es einfach weniger wichtig, woher ihre Zahlungsunterstützung kommt, solange das Ergebnis schnell und fair ist.

 

58 Prozent ist es egal, ob sie es mit einer KI oder einem Menschen zu tun haben, 57 Prozent geben jedoch an, dass sie einer KI mehr vertrauen würden, wenn sie wüssten, dass sie bei Bedarf die Möglichkeit hätten, mit einem Menschen zu sprechen. KI bietet Schnelligkeit und weniger Angst vor einer Beurteilung, aber die Eskalation an einen Menschen stellt sicher, dass Fälle auf Kurs bleiben, wenn die KI nicht helfen kann, und bietet den Verbrauchern Sicherheit.

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Datenauswertung

Methodik im Überblick

Der ECPR bietet einen Überblick über die Fähigkeit der Konsumenten, Rechnungen pünktlich zu bezahlen, und beleuchtet den Wandel ihrer Einstellung zu finanziellen Verpflichtungen. Er basiert auf Forschungsdaten von 20.000 Konsumenten in 20 europäischen Ländern, die im Juli und August 2026 erhoben wurden.

 

Weitere Informationen zur Methodik finden Sie hier >>